Monday, January 24, 2011

001 DEEPAM (diepam)


Das Feuer auf dem Arunachala brennt - November 2010


Worum geht es bei Deepam?


Nach einer Legende stritten sich einmal Vishnu und Brahmā (nicht zu verwechseln mit brahman, dem Absoluten), wer von ihnen der Mächtigere sei. Mitten in ihrem Streit erschien vor ihnen plötzlich eine riesige Feuersäule, woraufhin sie aufhörten zu streiten und beschlossen, das obere und untere Ende dieser Feuersäule zu finden.

Brahmā nahm die Gestalt eines Schwans an und flog nach oben. Vishnu verwandelte sich in einen wilden Eber und grub sich tief in das Erdreich hinunter. Jahrhunderte lang suchten die beiden, aber keiner von ihnen konnte ein Ende dieser Feuersäule finden. Als sie sich schließlich wieder vor der Säule trafen, da, wo sie vorher waren, sagte Vishnu, dass er das untere Ende nicht finden konnte. Brahmā hingegen war auf die Blüte Ketaki gestoßen, die ihm von oben entgegenschwebte, und so behauptete er, er habe das obere Ende der Feuersäule gefunden und Ketaki bestätigte das. Sie sei, so bezeugte sie, auf das obere Ende gelegt worden. In dem Moment erschien 

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Shiva im Inneren der Feuersäule und verfluchte Brahmā, weil er gelogen hatte. Niemand würde ihn mehr verehren, und es würden für ihn keine Tempel gebaut. Und Ketaki, die ihm bis dahin lieb gewesen war, würde nie mehr in irgendwelchen Ritualen verwendet werden. Und tatsächlich wird diese Blüte bei keinem Ritual verwendet, und es gibt nur ganz wenige Tempel, die dem Brahmā geweiht sind, (der wichtigste ist der JagatpitaBrahma Mandir in Pushkar, Rajasthan), während es in ganz Indien und darüber hinaus Tausende von Tempeln für Shiva und Vishnu gibt.


Dann beruhigte sich Shiva, das Feuer seines Zornes kühlte ab und er wurde zum Berg Arunachala (in Tamil: Annamalai) bei Tiruvannamalai in Tamil Nadu. In Erinnerung an diese Geschichte und an Shiva’s Herrlichkeit wird jedes Jahr elf Nächte lang, beginnend am Vollmond im November (dieses Jahr am 21. November 2010), ein Feuer oben auf dem Berg Arunachala angezündet.


Im Tempel der Mutter von Ramana im Ashram gibt es eine Statue, die diese Legende darstellt (links zu sehen). In der Mitte ist Shiva und links Brahma mit dem Schwan und Ketaki darüber ...



... und rechts Vishnu mit dem wilden Eber:


Man kann diese Geschichte auch auf die sogenannte "spirituelle" Suche anwenden: egal, wie lange und intensiv man sucht, man wird nichts finden. Jeder, der behauptet, DAS gefunden zu haben, kann nur betrügen, wie Brahmā.  Warum?


Hier ist ein Video mit einer kurzen, unmittelbaren Antwort.
Eine wortreichere Version folgt danach.

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Bei jeder Suche gibt es vier Aspekte: (1) der Suchende oder das Subjekt; (2) das, was gesucht wird, oder das Objekt; (3) der Grund für die Suche oder die Motivation; (4) wie und wo man suchen soll oder der Weg. Wie, wo und warum sucht wer wonach – das ist hier die Frage. Jemand mag antworten: „Es ist mir egal, wer ich bin und warum ich was wo suche, aber ich folge diesem Weg und stelle keine Fragen.“ Jemand anderes könnte sagen: „Ich bin unglücklich und würde alles dafür tun, um dieses Gefühl los zu werden.” Und ein wirklich cleverer Suchender könnte verkünden: „Solange ich nicht weiß, wer ich bin, ist alles andere irrelevant.“ Und ein Devotee: „Mir ist all dieses verkopfte Geschwätz egal, ich weiß ohnehin nichts, ich tue einfach, was mein Guru mir sagt, denn ich vertraue darauf, dass er es am besten weiß.“ Und jemand, der an Advaita glaubt, an die Nicht-Dualität, hat sich vielleicht hiervon überzeugt: „Es gibt weder ein Subjekt, noch ein Objekt, weder ein Motiv, noch einen Weg. Es gibt nur das, was ist.“ Manche raten uns, „suche weiter“, und andere „hör auf zu suchen“, und wieder andere „es gibt keinen, der mit dem Suchen weitermachen oder aufhören könnte“. 


Aber genug für jetzt. Wir werden später weiter machen …


Also gut, machen wir nun eine Pradakshina. Dabei gehen wir im Uhrzeigersinn um etwas herum. Das, um das wir herum gehen, befindet sich also rechts von uns. Dakshina bedeutet „rechts“ und „Süden“ (und es bedeutet auch „Spende“, ursprünglich das, was ein Priester für die Durchführung eines Rituals bekam). Süden und rechts? Ja, denn als die Menschen den Tag noch mit Sonnenaufgang anfingen, standen sie morgens mit dem Gesicht nach Osten, und verehrten die aufgehende Sonne. Und dann war Süden, die Richtung des Todes übrigens, rechts von ihnen. Es ist also schon recht, wenn man sich dem Licht zuwendet! Heutzutage sind wir aber modern und wissenschaftlich und all das, und deshalb fangen wir den Tag nicht mehr an, wenn die Sonne aufgeht, wenn es Tag wird, sondern mitten in der Nacht – und die meisten, weil tief im Schlaf, wissen dann natürlich auch nicht, wo Osten und Süden oder rechts ist.


Während das Suchen zielgerichtet und linear ist, ist Pradakshina kreisförmig, kann aber indirekt zu Ergebnissen führen. Wie der Planet, der sich um die Sonne dreht und dabei Leben auf seiner Oberfläche erzeugt. Und in Tiruvannamalai gehen die Menschen auf diese Weise bei Vollmond um den Berg Arunachala (Tamil: Annamalai) herum, wenn das Auge Shivas, der Mond, ganz geöffnet ist. Wenn die Nacht so strahklend hell ist wie nur möglich, und manche gehen auch schon am Tag los. Aber zunächst einmal ist hier eine Karte, die zeigt, wo Tiruvannamalai überhaupt liegt:


Und hier ist eine Karte von dem Pradakshina-Weg um den Berg Arunachala (in Tamil: Annamalai) herun:




Hier ist eine Diashow mit Bildern von Deepam 2010:


Und hier kann man die Menschen gehen sehen: 
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Und im Ashram singen die Menschen beim Feuer


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Der Vollmond im November 2010

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